Wie kann man gute von schlechten Kaffeebohnen unterscheiden?

Gute Bohnen sind die Essenz für einen guten Kaffee/Espresso. Ich werde oft gefragt, wie man gute von schlechten Bohnen unterscheiden kann. Es gibt ein paar Kriterien, mit denen man zumindest Ramschware von guten Röstungen unterscheiden kann.

1. Gute Bohnen glänzen nicht ölig

Glanz auf Espressobohnen bedeutet oft, dass die in den Bohnen enthaltenen ätherischen Öle langsam austreten. Ein Anzeichen für Überlagerung. Ironischer Weise werden hübsche Kaffeefotos oft mit glänzenden Bohnen gemacht, weil sie als ästhestisch gelten. Nunja, optisch vielleicht.

2. Gute Bohnen sind ungefähr gleich groß

Um Bohnen gleichmäßig rösten zu können, muss man möglichst gleich große Bohnen rösten. Wenn unterschiedliche Größen zusammengewürfelt, kommt es zwangsläufig zu einer Mischung aus vebrannten, gut gerösteten und zu wenig gerösteten Bohnen.

3. Gute Bohnen sind nicht verbrannt

Sieht man sich Bohnen genauer an, findet man bei einer schlechten Röstung oft schwarze, verbrannte Bohnen. Dies wird verursacht unter anderem durch zu schnelle und zu heiße Röstungen, aber auch durch unterschiedlich große Bohnen.

4. Gute Bohnen haben eine Herkunfts-Farm, kein Herkunfts-Land

Während man früher Bohnen einfach aus Herkunftsländern bezog, hat sich der Trend verschoben hin zu Bohnen, bei denen die Farm klar deklariert ist. Es handelt sich dabei automatisch meistens um fair gehandelte Bohnen, bei denen ein ganz bestimmter Geschmack im Vordergrund steht.

5. Gute Bohnen sind selten gemischt

Wer es fein mag, wird früher oder später „single origin“ Bohnen bevorzugen, so wie auch bei Weinen der Verschnitt nicht unbedingt als Qualitätsmerkmal dient.

6. Gute Bohnen haben ein Röstdatum

Auf einer Packung mit Kaffee sollte ungedingt stehen, an welchem Tag sie geröstet wurden. Ist nur ein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben, drückt sich der Hersteller darum. Man kann davon ausgehen, dass die Röstung wahrscheinlich ein Jahr vor Ablaufdatum erfolgte.

7. Gute Bohnen sind frisch

Gute Kaffeebohnen kommen recht frisch aus der Rösterei. Hier scheiden sich die Gemüter und einige bestehen auf Bohnen, die nur wenige Tage alt sind. Aber auch zwei Wochen ist noch ein guter Zeitraum. Sie sollten jedoch nicht Monate alt sein. Es sind immerhin Öle enthalten, die ranzig werden können.

8. Gute Bohnen haben einen bestimmte Geschmack

Bei Bohnen sollte angegeben sein, wie sie schmecken. Worte wie „erdig“, „schokoladig“, „fruchtig“ klingen vielleicht zunächst befremdlich, machen bei der Verkostung aber Sinn. Verschiedene Kaffeetrinker haben verschiedene Geschmäcker – so kann man zumindest ungefähr zur passendne Sorte greifen. Wenn die Geschmacksrichtung nicht auf der Packung angegeben ist, kann man in der Regel nachfragen und erhält ausführlich Antwort.

9. Gute Bohnen kosten Geld

Gute Bohnen stammen von bestimmten Farmern, wurde sorgfältig gesammelt, sortiert, schonend geröstet und gut verpackt frisch geliefert. All das kostet – leider – mehr als die Packung von Discounter. Dafür genießt es sich um so besser.

Zum Vergleich zwei Fotos von Bohnen. Zuerst Standard-Bohnen aus einer Großpackung. Man erahnt trotz der schlechten Bildqualität das austretende Öl, einige verbrannte Bohnen und die Größen- und Röstgraddurchmischung:

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Und hier eine qualitativ hochwertige Röstung (aus dem Bonanza): Stumpfe Bohnen in sehr gleichmäßigerer Größen- und Röstgradverteilung:

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